Müll entsorgen & trennen in Österreich: Gelber Sack, Pfand & Altstoffsammelzentrum
In Österreich trennen Haushalte zu Hause Restmüll, Altpapier, Bioabfall, Glas sowie Kunststoff- und Metallverpackungen – letztere laut ARA seit 2025 in ganz Österreich gemeinsam im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne. Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen mit Pfandlogo bringen Sie seit 2025 gegen 25 Cent Pfand in den Handel zurück. Sperrmüll, Elektroaltgeräte, Problemstoffe und andere Altstoffe geben Sie im Altstoffsammelzentrum (ASZ) Ihrer Gemeinde ab – je nach Region heißt es laut Elektro ade auch Mistplatz, Recyclinghof oder Abfallzentrum. Welche Abfälle angenommen werden, welche Mengen erlaubt sind und ob Gebühren anfallen, ist je nach Gemeinde bzw. Abfallverband verschieden.
Stand: 24. September 2026
Welche Tonne für was? Das Trennsystem in Österreich
Die Grundstruktur ist österreichweit ähnlich, Details (Tonne oder Sack, Abholrhythmus) regelt Ihre Gemeinde bzw. Ihr Abfallverband.
| Behälter | Was gehört hinein | |---|---| | Gelber Sack / Gelbe Tonne | Kunststoff- und Metallverpackungen sowie Verbundverpackungen ohne Pfand: z. B. Joghurtbecher, Käseverpackungen, Chipssackerl, Konservendosen, Getränkekartons (Beispiele laut DIE UMWELTBERATUNG) | | Altpapier (meist rote Tonne) | Papier, Karton, Zeitungen | | Altglas-Container | Getrennt nach Weißglas und Buntglas | | Biotonne (braun) | Küchen- und Gartenabfälle | | Restmüll | Was in keine Sammlung gehört – Details je nach Gemeinde |
Merkformel laut DIE UMWELTBERATUNG: Leichtverpackungen + Metallverpackungen – Pfandgebinde = Gelber Sack/Gelbe Tonne.
Regionale Unterschiede: Ob bei Ihnen ein Sack oder eine Tonne verwendet wird, wie oft abgeholt wird und welche Tonnenfarben gelten, ist je nach Gemeinde verschieden.
Altstoffsammelzentrum (ASZ), Mistplatz, Recyclinghof: Was Sie abgeben können
Das Altstoffsammelzentrum ist die zentrale Abgabestelle für alles, was nicht in die Tonnen daheim passt. Die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) zählt österreichweit mehr als 2.000 Sammelstellen allein für Elektroaltgeräte.
Was angenommen wird, ist je nach Gemeinde verschieden. Beispiel Wien: Laut Stadt Wien nehmen die Mistplätze Sperrmüll, Altstoffe und Problemstoffe in Haushaltsmengen an, außerdem Elektroaltgeräte in eigenen Bereichen.
Regeln – je Gemeinde verschieden:
- Wer darf? Je nach Gemeinde bzw. Verband. Beispiel Wien: Laut Stadt Wien ist an einzelnen Mistplätzen die Anlieferung nur mit Pkw mit Wiener Kennzeichen möglich.
- Mengen: Beispiel Wien: Laut Stadt Wien dürfen Privatpersonen 1-mal täglich 1 Kubikmeter Abfall abgeben.
- Kosten: Je nach Gemeinde verschieden. In Wien kostet laut Stadt Wien die Abgabe von Restmüll 2 Euro für bis zu 150 Liter. In Oberösterreich gelten laut den OÖ Umweltprofis seit September 2025 in allen ASZ einheitliche Regeln: getrennte Siedlungsabfälle privater Haushalte bleiben kostenlos; bei Bauabfällen sind pro Tag 60 Liter mineralischer Bauschutt, 60 Liter sonstige Bauabfälle und 1 m³ Abbruchholz frei, darüber wird verrechnet.
Öffnungszeiten und Annahmelisten stehen auf der Website Ihrer Gemeinde oder Ihres Abfallverbands – ein Blick vor der Fahrt spart Wege.
Sonderfälle: Sperrmüll, Elektro, Batterien, Problemstoffe & Co.
Sperrmüll: Sperrige Abfälle wie Matratzen, Teppiche oder zerlegte Möbel gehören nicht in die Tonne. Beispiel Wien: Laut Stadt Wien ist die Selbstanlieferung auf den Mistplatz in Haushaltsmengen kostenlos; Abholung durch die MA 48 oder ein Container (Mulde) sind kostenpflichtig. Anderswo regelt das die Gemeinde.
Elektroaltgeräte: Laut Elektro ade (EAK) ist die Abgabe an den Sammelstellen überall kostenlos. Laut Elektro ade und WKO müssen Händler mit mehr als 150 m² Verkaufsfläche beim Kauf eines gleichwertigen Neugeräts das Altgerät gratis zurücknehmen. Laut ARA und WKO sieht eine Novelle der Elektroaltgeräteverordnung ab 1. Oktober 2026 zusätzlich vor, dass Geschäfte ab 25 m² Verkaufsfläche sehr kleine Altgeräte (Kantenlänge höchstens 25 cm, z. B. Handys, elektrische Zahnbürsten, Einweg-E-Zigaretten) kostenlos auch ohne Neukauf zurücknehmen. Den Verordnungstext selbst finden Sie im Rechtsinformationssystem (RIS).
Batterien und Akkus: Laut Elektro ade müssen alle Unternehmen, die Batterien verkaufen, Altbatterien kostenlos zurücknehmen – unabhängig vom Kauf. Bei Lithium-Akkus die Pole abkleben, um Kurzschluss und Brand zu vermeiden. Nie in den Restmüll.
Farben, Lacke, Chemikalien, Altöl: Laut DIE UMWELTBERATUNG bietet jede Gemeinde Österreichs eine kostenlose Problemstoffsammlung an – für Farben, Lacke, Lösungsmittel, Klebstoffe, Motoröl, Pflanzenschutzmittel, Säuren und Ähnliches. Wo und wann, erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde.
Medikamente: Laut DIE UMWELTBERATUNG zählen abgelaufene Medikamente zu den Problemstoffen; Rückgabe in der Apotheke oder bei der Problemstoffsammlung. Nicht in WC oder Abfluss.
Bauschutt: Ob und wie viel angenommen wird, ist je nach Gemeinde verschieden (Beispiel Oberösterreich oben). Für größere Mengen verweisen die OÖ Umweltprofis auf regionale Entsorger mit Containerdienst.
Photovoltaikmodule: Laut klimaaktiv gelten PV-Module in Österreich als Gewerbegeräte, auch wenn sie auf einem Privathaus montiert waren; kommunale Sammelstellen nehmen sie grundsätzlich nicht an. Zuständig sind laut klimaaktiv Hersteller bzw. Importeure über Sammel- und Verwertungssysteme. Ob Ihr ASZ ausnahmsweise Module annimmt, klären Sie vorab mit der Gemeinde.
Kleidung und Textilien: Laut konsumentenfragen.at (Sozialministerium) gehört nur saubere, gut erhaltene, tragbare Kleidung in die Altkleidersammlung; beschädigte oder untragbare Textilien kommen derzeit in den Restmüll. Laut derselben Quelle sollen ab 2028 auch kaputte Textilien gesammelt und von den Herstellern finanziert verwertet werden.
Pfand in Österreich: Einwegpfand seit 2025
Laut oesterreich.gv.at gilt seit Jänner 2025 ein Einwegpfand von 25 Cent auf verschlossene Getränkeverpackungen aus Kunststoff oder Metall mit 0,1 bis 3 Liter Füllmenge. Erkennbar sind sie am österreichischen Pfandlogo und Barcode.
- Rückgabe: Händler mit Pfandlogo müssen Gebinde zurücknehmen – per Automat oder händisch; kleine Geschäfte wie Bäckereien müssen nur übliche Verkaufsmengen annehmen.
- Ausgenommen: u. a. Getränkekartons, Milch und Milchmischgetränke, Sirupe, Babynahrung und medizinische Nahrung.
- Betreiber: EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH.
- Ziel: Sammelquote von 80 % im Jahr 2025 und 90 % im Jahr 2027.
Pfandflaschen und -dosen gehören nicht in den Gelben Sack.
Gesetzlicher Rahmen
Grundlage ist das Abfallwirtschaftsgesetz 2002 (AWG 2002). Darauf bauen u. a. die Verpackungsverordnung 2014 (Sammlung und Verwertung von Verpackungen über Sammel- und Verwertungssysteme wie die ARA) und die Elektroaltgeräteverordnung (EAG-VO) auf; eine Novelle erweitert laut ARA ab 1. Oktober 2026 die Rücknahmepflichten des Handels. Die Sammlung vor Ort organisieren Gemeinden und Abfallverbände – daher die regionalen Unterschiede.
Alle Altstoffsammelzentren in Österreich auf der Karte ›
Häufige Fragen
Was gehört in den Gelben Sack in Österreich?
Laut ARA seit 2025 in ganz Österreich alle Kunststoff- und Metallverpackungen, laut DIE UMWELTBERATUNG auch Getränkekartons, ohne Pfand – z. B. Joghurtbecher, Chipssackerl, Konservendosen. Pfandflaschen und -dosen gehören nicht hinein.
Wie hoch ist das Pfand auf Flaschen und Dosen?
25 Cent je Einweg-Kunststoffflasche oder Getränkedose (0,1 bis 3 Liter) mit Pfandlogo. Sie bekommen es bei der Rückgabe im Handel zurück.
Ist die Abgabe im Altstoffsammelzentrum kostenlos?
Das ist je nach Gemeinde verschieden. In Oberösterreich und Wien ist getrennter Haushaltsabfall laut den zuständigen Stellen kostenlos; Gebühren gibt es dort z. B. für Restmüll (Wien) oder Bauabfälle über der Freimenge (OÖ).
Wie viel darf ich auf den Mistplatz in Wien bringen?
Laut Stadt Wien einmal täglich bis zu 1 Kubikmeter Abfall. Restmüll kostet 2 Euro für bis zu 150 Liter.
Wo kann ich alte Elektrogeräte gratis entsorgen?
Laut Elektro ade kostenlos an mehr als 2.000 Sammelstellen oder beim Kauf eines Neugeräts bei Händlern mit über 150 m² Verkaufsfläche. Laut ARA und WKO kommt ab 1. Oktober 2026 die Rücknahme sehr kleiner Geräte ohne Neukauf in Geschäften ab 25 m² dazu.
Wohin mit alten Medikamenten?
Laut DIE UMWELTBERATUNG in die Apotheke oder zur Problemstoffsammlung der Gemeinde – nicht in WC oder Abfluss.
Wohin mit kaputter Kleidung?
Laut konsumentenfragen.at derzeit in den Restmüll; in die Altkleidersammlung gehört nur saubere, tragbare Kleidung.
Kann ich alte Solarmodule im ASZ abgeben?
Laut klimaaktiv gelten PV-Module als Gewerbeabfall und werden nicht an kommunalen Sammelstellen angenommen; zuständig sind Hersteller und Importeure über Sammelsysteme.
Quellen
- ARA – Sammelumstellung 2025: alle Details im Überblick · abgerufen am 24. September 2026
- DIE UMWELTBERATUNG – Einheitliche Verpackungssammlung in Österreich · abgerufen am 24. September 2026
- oesterreich.gv.at – Seit Jänner 2025: Neues Pfandsystem in Österreich · abgerufen am 24. September 2026
- Elektro ade (EAK) – Elektrogeräte sammeln · abgerufen am 24. September 2026
- Elektro ade (EAK) – Batterien entsorgen · abgerufen am 24. September 2026
- WKO – Verpflichtung zur Rücknahme von Elektroaltgeräten · abgerufen am 24. September 2026
- ARA – Novelle der EAG-Verordnung: erweiterte Rücknahmepflichten ab 1. Oktober 2026 · abgerufen am 24. September 2026
- Stadt Wien – Mistplätze · abgerufen am 24. September 2026
- Stadt Wien – Sperrmüll · abgerufen am 24. September 2026
- DIE UMWELTBERATUNG – Problemstoffe richtig entsorgen · abgerufen am 24. September 2026
- Umweltprofis (OÖ Bezirksabfallverbände) – Einheitliche Annahmekriterien und Preise in allen ASZ in OÖ ab September 2025 · abgerufen am 24. September 2026
- klimaaktiv – Photovoltaik: Langlebigkeit und Recycling · abgerufen am 24. September 2026
- konsumentenfragen.at (Sozialministerium) – Recycling von Alttextilien: Was in Österreich gilt · abgerufen am 24. September 2026
- BMLUK – Verpackungsregelungen (AWG 2002, Verpackungsverordnung 2014) · abgerufen am 24. September 2026